DS 1142/VI
Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht im März 2009 in einer Vorlage zur Beschlussfassung darzulegen, unter welchen Kriterien und in welchen Schulen zu welchem Zweck die für 2009 zusätzlich für die Sanierungen von Schulgebäuden zur Verfügung gestellten Mittel in Lichtenberg eingesetzt werden sollen. Hierbei ist der Schwerpunkt auf Grundschulen zu legen.
Unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler besuchen die Grundschulen. Sie kommen aus den Kitas, sind in den meisten Fällen hoch motiviert und freuen sich darauf in der Schule viel Neues zu lernen. Doch dann müssen sie oftmals nicht nur mit sehr vielen Kindern in einer Klasse ihre Bezugspersonen teilen, sondern sie stellen auch fest, dass es kalt und zugig ist, manche Fenster gar nicht mehr mit Glasscheiben, sondern nur mit Holzbrettern ausgefüllt sind und die Toiletten in einem fast unzumutbaren Zustand sind. Außerdem sind die Kinder durch das vorgezogene Einschulungsalter sehr klein und viele Toiletten und Waschbecken sind für Lernanfänger fast unerreichbar.
Vor allem den jüngsten Kindern die Schulgebäude zu sanieren hat auch den Nebeneffekt, dass sie von Beginn an lernen ihre Schule zu achten und sich für die Werterhaltung einzusetzen. Dies hält dann sicher auch beim Wechsel auf eine Oberschule an und motiviert zum Erhalt und zu machbaren eigenen Verbesserungen an diesen Schulen. Wenn sich jedoch die Grundschule bereits in einem sehr schlechten, eigentlich kaum erhaltenswerten Zustand befindet, so werden die Kinder auch später ihre Schule unabhängig des Zustandes nicht wertschätzen.
Die sich zurzeit in der öffentlichen Diskussion befindliche geplante Umstrukturierung der Oberschullandschaft in Berlin führt bei der Zusammenlegung von verschiedenen Schultypen sicher auch zur Aufgabe von, wenn auch nur wenigen und vereinzelten, Oberschulstandorten. Es sollte jedoch kein Geld in Standorte investiert werden, deren tatsächliche zukünftige Nutzung noch nicht 100 %-ig fest steht.
Weitere Aspekte, bevorzugt Grundschulen mit den zusätzlichen Mitteln zu sanieren, müssen auch der Sozialstrukturatlas und die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen sein. Es gibt Ortsteile in Lichtenberg, in denen ein sehr hoher Anteil von Familien mit großen sozialen Benachteiligungen - ob durch Transfereinkommen oder den Erwerbs- und Ausbildungsstatus - leben.
Auch wenn äußere Bedingungen nur einen Teil der Schulqualität ausmachen, so lernt und lebt es sich in einem sanierten Schulgebäude auf jeden Fall motivierter und die Kinder lernen, dass es schön und lohnenswert sein kann zur Schule zu gehen.