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26. Februar 2009 Linksfraktion in der BVV

Patenschaften für Denkmale der jüngeren Geschichte

DS 1179/VI

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht

  • die Gedenkmauer in der Möllendorffstraße anlässlich des 90. Jahrestages der
    Märzkämpfe von 1919 in einen denkmalgerechten Zustand zu versetzen und
  • Schulen des Bezirks anzuregen, Patenschaften für dieses und weitere Denkmale der jüngeren Geschichte zu übernehmen.

Begründung:

Die Gedenkmauer („Blutmauer“) im Park an der Möllendorffstraße erinnert an die
standrechtlichen Erschießungen an der damaligen Friedhofsmauer, mit denen die Berliner Märzkämpfe in Lichtenberg zu Ende gingen. Jeder, der der Unterstützung der Märzunruhen verdächtig war, wurde ohne weitere Prüfung exekutiert. Bewusst lancierte Falschmeldungen über angebliche Übergriffe auf Polizeibeamte in Lichtenberg mussten als Rechtfertigung herhalten. Dieses brutale Vorgehen hat bereits Zeitgenossen über Parteigrenzen hinweg erschüttert. Die Erinnerung an diese Ereignisse sollte deshalb auch weiterhin Anliegen des Bezirks bleiben.

Unbekannte haben die Bronzetafeln der Gedenkmauer übermalt. Eine fachgerechte Reinigung im Vorfeld der Gedenkveranstaltungen zum 90. Jahrestag im März ist deshalb angezeigt.
Mit bisher bestehenden Schulpatenschaften über Denkmale – wie der für den DenkOrt auf dem Friedhof Gärtnerstraße im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen – konnten gute Erfahrungen gesammelt werden. Die Ausweitung dieser Praxis wäre auch ein Beitrag zur politischen und heimatgeschichtlichen Bildung.