DS 1179/VI
Das Bezirksamt wird ersucht
Die Gedenkmauer („Blutmauer“) im Park an der Möllendorffstraße erinnert an die
standrechtlichen Erschießungen an der damaligen Friedhofsmauer, mit denen die Berliner Märzkämpfe in Lichtenberg zu Ende gingen. Jeder, der der Unterstützung der Märzunruhen verdächtig war, wurde ohne weitere Prüfung exekutiert. Bewusst lancierte Falschmeldungen über angebliche Übergriffe auf Polizeibeamte in Lichtenberg mussten als Rechtfertigung herhalten. Dieses brutale Vorgehen hat bereits Zeitgenossen über Parteigrenzen hinweg erschüttert. Die Erinnerung an diese Ereignisse sollte deshalb auch weiterhin Anliegen des Bezirks bleiben.
Unbekannte haben die Bronzetafeln der Gedenkmauer übermalt. Eine fachgerechte Reinigung im Vorfeld der Gedenkveranstaltungen zum 90. Jahrestag im März ist deshalb angezeigt.
Mit bisher bestehenden Schulpatenschaften über Denkmale – wie der für den DenkOrt auf dem Friedhof Gärtnerstraße im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen – konnten gute Erfahrungen gesammelt werden. Die Ausweitung dieser Praxis wäre auch ein Beitrag zur politischen und heimatgeschichtlichen Bildung.