23.01.2009
In und im Umfeld des heutigen Fennpfuhlparks befanden sich zur Nazizeit mehrere von über einhundert Zwangsarbeiterlagern im Bezirk Lichtenberg.
Am 23. Januar wurde mit der Aufstellung der Gedenkstele an all jene Menschen erinnert, die von dem Gewaltregime aus allen Teilen Europas verschleppt und auch in Lichtenberg zur Arbeit vorwiegend in der Kriegswirtschaft versklavt wurden.
Zur Einweihung sprach Prof. Jürgen Hofmann, Vorsitzender des Kulturausschusses der Lichtenberger BVV. In seiner Rede verwies er darauf, dass "im November 1943 ... der Zwangsarbeitereinsatz einen ersten Höhepunkt (erreichte). Fast 416.000 Arbeitssklaven zählte die Statistik. Im Sommer 1944 waren es dann 421.000 ...
Auch im Verwaltungsbezirk Lichtenberg mussten Zwangsarbeiter in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft sowie in Privathaushalten als billige Arbeitskräfte den Betrieb am Laufen halten. Die Forschung hat bis zum Jahre 2001 für Lichtenberg 79 Lager ermittelt. Nicht eingerechnet sind die ursprünglich zu Lichtenberg gehörenden Ortsteile Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn und Hellersdorf sowie Privatunterkünfte. Für das Territorium von Hohenschönhausen, Falkenberg, Malchow und Wartenberg sind 42 Lager nachgewiesen ...
In der Adressliste der uns bisher bekannten Lager tauchen neben den Standorten im nahegelegenen Industrie- und Gewerbegebiet Siegfried- und Herzbergstraße nahezu alle Lichtenberger Ortsteile auf...
Heute erinnert inmitten einer Parklandschaft nichts mehr an die Tausenden Schicksale, an das unermessliche menschliche Leid, an die gebrochen und zerbrochenen Biografien, deren Hypothek uns ein menschenverachtendes und menschenvernichtendes Regime hinterließ. Wir, die nachgeborenen Generationen stehen zwar nicht in der unmittelbaren Schuld, aber in der Verantwortung, die Erinnerung an die Menschen und ihr Leid wach zu halten, das ihnen im deutschen Namen widerfuhr."