30.11.2009


...luden anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Ladé am 25. November Lichtenberger Schüler an die Ecke Franz-Jakob-Straße /Karl Ladé-Straße ein. Gemeinsam mit der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), dem Bürgerverein Fennpfuhl und dem Soziokulturellen Zentrum Fennpfuhl erinnerten sie des Widerstandskämpfers gegen das Naziregime, der 1945 wenige Tage nach seinem 35. Geburtstag als Mitglied der Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet worden war. Als Vertreter unserer Fraktion ehrte auch Prof. Jürgen Hofmann den Antifaschisten.

Karl Ladé, Kind französischstämmiger Eltern, besuchte seit 1924 die Aufbauschule und ab 1930 die Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln. Bereits während seiner Schulzeit schloss er sich der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ), später dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) an. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Kartonagenzuschneiders und arbeitete als Hilfsmechaniker und Konstrukteur.
Während des Zweiten Weltkrieges organisierte er in den Askania-Rüstungswerken in Berlin-Mariendorf zusammen mit anderen Kommunisten und Sozialdemokraten illegale Aktionen im Betrieb wie Störungen der Rüstungsproduktion, Flugblattverteilung, Sammlungen zur finanziellen Unterstützung von Antifaschisten und Beschaffung von Lebensmitteln für Illegale. Darüber hinaus stellte Karl Ladé Kontakt zu französischen Zwangsarbeitern her.
Am 12. Juli 1944 wurde er im Zuge der Verhaftungswelle gegen die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe zusammen mit 14 weiteren Widerstandskämpfern der Askania-Werke durch die Gestapo verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn gemeinsam mit Walter Zimmermann, Kurt Rühlmann und Stanislaus Szczygielski am 29. November 1944 zum Tode durch die Guillotine. Das Urteil wurde am 30. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden vollstreckt.