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Mitglied des Bezirksvorstandes

Ulrich Kraaz

Individuum, Gesellschaft und Natur bilden ein hochgradig interdependentes System, zwischen ihnen bestehen also wechselseitige Beziehungen. So haben Eingriffe des Menschen in die Natur –etwa das Abholzen von Regenwäldern, die Rohstoffgewinnung durch Auslaugen mit giftigen Chemikalien, die Nutzung fossiler Brennstoffe und der Kernenergie – negative Rückwirkungen der Natur auf die Menschheit zur Folge, die hohe (Folge)kosten verursachen. Diese treten oft mit großer zeitlicher Verzögerung auf. Bereits F.Engels hat hier mit bemerkenswertem Weitblick von der „Rache der Natur“ gesprochen. Er sah also die negativen Rückwirkungen. Man könnte ihn als ersten „Umweltbewussten“ des Industriezeitalters bezeichnen. Die Interdependenzen zwischen Individuum, Gesellschaft, Natur werden unzulässigerweise durch einseitig gerichtete behauptete Kausalzusammenhänge ersetzt. Dadurch lässt sich das Oberziel der
kapitalistischen Wirtschaftsideologie, die kurzfristige Gewinnmaximierung in den Händen Weniger, erreichen. Der Gewinn aufgrund seiner Definition als Differenz zwischen Umsatz und Kosten wird maximal, wenn die Kosten – insbes. für Arbeit und Material - (bei festem Umsatz) minimal werden.
Diese Kostenminimierung führt einerseits zu einem zunehmenden Druck auf die Arbeitskosten – und bei entsprechender Politik – zu Ausbeutung und Zerstörung des Zusammenhalts der Gesellschaft, andererseits bei den Materialkosten im Extremfall zu einem grenzenlosen Raubbau an der Natur. Die negativen Auswirkungen werden bagatellisiert, begünstigt durch die kurzfristige Betrachtungsweise.
Die negativen Folgen für Natur und Gesellschaft sind auf lange Sicht nicht zu vernachlässigen, nur: die Gewinnmaximierer haben bereits kassiert. Wer also zahlt die unabweisbare Zeche?? Hier ist die LINKE aufgerufen, schädliche Eingriffe in die Natur anzuprangern, Lösungsvorschläge für die Beseitigung der angerichteten Schäden zu unterbreiten und insbesondere für eine sozial ausgewogene Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen zu sorgen.
Durch uns, die LINKE, sollte das öffentliche Bewusstsein derart geschärft werden, dass es nicht
mehr möglich ist, zum Zwecke der Gewinnmaximierung ( = Kostenminimierung) die Schäden, die zur Erreichung dieses Ziels durch kapitalistischen Egoismus in Gesellschaft und Natur angerichtet werden, letztlich ausschließlich bei den Massen abzurechnen. Diese Vorgehensweise, die etwa bei der Bewältigung der Finanzkrise wieder praktiziert wurde und vermutlich bei der Endlagerung des radioaktiven Mülls praktiziert wird, muss unterbunden werden.
Es geht also um eine bewusste Berücksichtigung der oben erwähnten Interdependenzen zwischen Individuum, Gesellschaft, Natur und Zeit durch die Verbindung von Ökonomie und Ökologie unter strikter Beachtung der Interessen der Massen bei der Verteilung der finanziellen Lasten - ein geradezu klassischer Wirkungsbereich für die LINKE, handelt es sich hierbei doch um die Durchsetzung von sozialer Gerechtigkeit. Hierfür werden akkumulierte Bestände und Einkommen der Kapitalisten auf den Prüfstand gestellt werden müssen.
Hier zeigt sich auch die Überlegenheit des Konzepts der LINKEN als antikapitalistischer Partei, bei der der Mensch mit seinen Bedürfnissen und eben nicht die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt der Bemühungen steht : der Mensch als Teil des interdependenten Systems Mensch – Natur, der Mensch im Einklang mit der Natur, die Beachtung der Interessen künftiger Generationen. Nur so wird langfristig ein Überleben der Menschheit auf diesem Planeten möglich sein.
Aufgrund meiner Kenntnisse in den Natur- wie in den Wirtschaftswissenschaften hoffe ich, ein Quant zur Lösung der geschilderten Probleme im Rahmen der LINKEN beitragen zu können.
Ich wurde 1941 in Breslau geboren, bin von Beruf Diplom-Physiker(FUB,HMI für Kernforschung). An der TUB habe ich umfangreiche wirtschaftswissenschaftliche Studien betrieben. Ich war lange Jahre selbständig in verschiedenen Bereichen tätig und hatte bzw. habe Positionen als Geschäftsführer sowie als Vorstand inne.