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Ines Schmidt

Rot-Grün-Rot stärkt Nachsorge von häuslicher und sexualisierter Gewalt im Bereich der Frauengesundheit

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Ausgebaut wird das Schulungsangebot in allen Berliner Kliniken zum Umgang mit und zur Erkennung und Dokumentation von Verletzungen nach häuslicher und sexualisierter Gewalt. Finanzielle Unterstützung erhält hierfür die Interventionsstelle gegen Gewalt im Gesundheitsbereich S.I.G.N.A.L. e.V. und die Berliner Gewaltschutzambulanz.

Zusätzlich erhalten die Fachberatungsstellen gegen Gewalt mehr finanzielle Mittel, um ein pro-aktives Beratungsangebot an allen Berliner Notaufnahmen anzubieten. Betroffene können dann, nach Einwilligung, im Anschluss an ihren Klinikaufenthalt einen Anruf von einer Beratungsstelle erhalten, die sie über ihre Rechte und Unterstützungsangebote aufklärt.

Finanziell unterstützt wird auch der weitere Ausbau und die Vernetzung des Trauma-Netzwerkes von S.I.G.N.A.L. e.V. in Bezug auf die Versorgung und Hilfe für komplex traumatisierter Frauen mit und ohne Kinder.

Hierzu erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ines Schmidt:

„Die Zahl der häuslichen Gewalttaten nimmt von Jahr zu Jahr stetig zu. Im Coronajahr 2020 lagen wir bei 119.164 weiblichen Opfern in Deutschland. Die höchste jemals registrierte Zahl. Die medizinische Versorgung der Verletzungen drücken jedoch nicht die wahre Zahl der psychischen und körperlichen Schäden aus. Sie sind teils sichtbar, teils unsichtbar und können sich zu lebenslangen Beschwerden entwickeln.

Die ersten Anlaufstellen für Frauen und Mädchen nach häuslicher und sexualisierter Gewalt sind häufig Arztpraxen und Notaufnahmen. Gerade Mitarbeitende der Gesundheitsversorgung können helfen, aktiv auf Betroffene zuzugehen, Befunde gerichtsverwertbar zu dokumentieren und Kontakte zu Beratungsstellen herzustellen.

Unser Ziel ist es, das Netz der Gewalterkennung enger zu spannen und frühzeitiger zu reagieren. Dafür schulen wir mehr medizinisches Fachpersonal an Kliniken, in Praxen und Pflegeschulen und bringen die Mittel auf, um die Interventionsstellen gegen Gewalt zu stärken. Damit sie es wirklich schaffen, alle Frauen und Mädchen, die solche Erfahrungen durchlitten haben, nach ihrem Klinikaufenthalt anzurufen.

Wir stärken das Trauma-Netzwerk, damit die Überlebenden von Gewalt mehr ambulante beziehungsweise stationäre Traumatherapien erhalten und bei der Behandlung, nicht von ihren Kindern getrennt sein müssen, da diese sie nun begleiten können.

Es ist schon wirklich tragisch, wie viel Gewalt immer noch in Familien und Partnerschaften vorhanden ist. Unsere Verantwortung ist es, Schritt für Schritt diese offenen Wunde in unserer Gesellschaft anzugehen und vor allem hinzuschauen. Denn jede Frau, die Gewalt erfährt, ist eine Frau zu viel!“

Hinweis: Ein Antrag zur  "Umsetzung eines Pro-Aktiven Beratungsangebots in den Zentralen Notaufnahmen (ZNA) der Berliner Kliniken für Patient*innen, die häusliche Gewalt erlebt haben" wird heute in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses eingebracht und im Rahmen der Priorität der Grünen diskutiert.

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