Mayors for Peace

Camilla Schuler

Städte, die sich der Friedensarbeit angeschlossen haben, sind Teil der internationalen Organisation von Mayors for Peace. Gegründet auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima steht die atomare Abrüstung im Vordergrund. Auch der Bezirk Lichtenberg ist seit 2007 Mitglied im internationalen Netzwerk »Mayors for Peace«. Weltweit gehören über 8.000 Städte zum Netzwerk, davon allein rund 700 in Deutschland. Als Mitgliedstadt hisst Lichtenberg regelmäßig die Mayors-for-Peace-Flagge vor dem Rathaus, um ein Zeichen gegen Atomwaffen und für internationale Verständigung zu setzen. Gerade in diesem Jahr, 80 Jahre nachdem die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki stattgefunden haben, müssen wir innehalten und ein deutliches Zeichen gegen Krieg, gegen Atomwaffen und für den Frieden setzen! Mayors for Peace ist ein Symbol und ein Statement. Was aber kann ein Bezirk wie Lichtenberg für den Frieden tun? Natürlich, erst einmal ein Zeichen setzen. Im Bezirk treffen uns die Folgen von Krieg direkt. Viele Menschen kommen zu uns und suchen Schutz und Hilfe. Als Linke ist das für uns eine Selbstverständlichkeit und obwohl wir durch schwarz-rote Sparmaßnahmen immer mehr bei den Angeboten jonglieren müssen, versuchen wir alles mögliche um Kitaplätze, Sprachkurse, Familienunterstützung und -beratung zu leisten. Es ist bekannt, dass mein Jugendamt durch steigende Kosten der Hilfen zur Erziehung eine Haushaltssperre durch den Bezirksbürgermeister ausgesprochen bekommen hat. Natürlich, jede/r minderjährige/r Jugendliche/r wird durch das Jugendamt betreut. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet. Und ja, natürlich kommen auch unter 18-jährige Menschen zu uns. Menschen, die mit oder ohne ihre Familien auf Grund von Krieg ihr Heimatland verlassen mussten. Ich behaupte, dass die wenigsten das Ziel hatten, in einer Unterkunft in Lichtenberg zu leben und darauf zu warten was aus ihnen wird oder ob sie überhaupt bleiben dürfen. Die Menschlichkeit ist unsere Aufgabe und Verantwortung im Bezirk und solange wir immer mehr (Kriegs-)Eskalationen in der Welt erleben, ist es unsere Aufgabe für Frieden vor Ort zu sorgen.