Worte statt Waffen!

Jan Van Aken

Es ist gut und richtig, dass wir uns als Linke gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und gegen Waffenlieferungen stellen, denn es gibt so viele friedliche Wege zum Frieden. Wie oft wurde ich im Bundestag gefragt, ob ich denn die Mädchen in Afghanistan oder die Menschen in der Ukraine allein lassen möchte?

Diese Frage ist Unsinn, denn sie tut so, als ob es zwischen militärischer Gewalt und Nichtstun gar nichts geben würde. Niemals dürfen wir uns auf diesen falschen Gegensatz einlassen, denn natürlich gibt es so viele Möglichkeiten, Konflikte auch friedlich zu lösen oder Kriege zu beenden – keine spinnerten Ideen oder halbgaren Visionen, sondern Erfahrungen aus dem wirklichen Leben.

Im Buch „Worte statt Waffen – Wie Kriege enden und Frieden verhandelt werden kann“ zeigen viele Beispiele aus der Friedensforschung, wie auch aus meinem eigenen politischen Leben, dass Gewalt meist nur neue Gewalt erzeugt – und wie wir aus der Spirale der Gewalt ausbrechen können. Die Friedensprozesse in Nordirland oder Kolumbien, die verpassten Friedenschancen in Syrien oder in der Ukraine, die erfolgreiche Versöhnungsarbeit in Indonesien oder der kluge Einsatz von Waffeninspektionen: all das sind lebendige Zeugen dafür, dass eine Welt ohne Waffen nicht nur möglich ist – sondern auch eine bessere sein wird.